Der erste Schritt in die Selbstständigkeit

Die Finanzamt Anmeldung erscheint dank des Bürokratendeutsch oft sehr schwer und unverständlich. Wer jedoch den Blog schon etwas länger betreibt, kommt irgendwann an den Punkt an dem ihm Geld für gesponserte Beiträge und Werbung angeboten wird. Oft muss man hierfür eine Rechnung schreiben und dabei stellt man fest, dass man ja noch eine Steuernummer auf der Rechnung angeben muss. Vielen Bloggern ist dann nicht bewusst was noch alles auf sie zukommt. Als nächstes wird man dann feststellen, dass man sich beim Finanzamt als Selbstständiger anmelden muss um diese Steuernummer für die regelmäßigen Rechnungen zu bekommen. Ehe man sich versieht muss man sich schon mit der ersten Frage befassen: Als was melde ich mich den überhaupt an? 

Damit ich euch den Einstieg etwas erleichtern kann, werde ich heute etwas aus dem Nähkästchen plaudern und meine Erfahrungen mit euch teilen. Vorab gesagt sei, dass ich kein Steuerfachmann bin. Ich teile meine Erfahrungen heute mit euch, jedoch gebe ich euch keine Garantie auf Richtigkeit.

 

Wann muss ich mich Anmelden?

Eigentlich kann man die Frage ganz schnell beantworten: Sobald eine Gewinnabsicht besteht, muss man sich anmelden. Jetzt ist die Frage nur was ist eine Gewinnabsicht? Um euch das zu erläutern werde ich euch vier Fälle präsentieren und meine Sicht erklären.

steuererklärung formular Finanzamt Anmeldung

 

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Ich mache Sponsored Posts und Werbung aber die Ausgaben sind und werden immer höher sein als meine Einnahmen

Das ist ein spezieller Fall, ihr habt zwar Einnahmen aber kein Gewinn. Dennoch würde ich euch empfehlen euch anzumelden. Denn ihr habt keine Kosten (außer eure Zeit) und niemand kann euch der Steuerhinterziehung bezichtigen. Evtl. bekommt ihr mal einen Brief indem drinsteht, dass es eher eine Liebhaberei (Hobby) ist und ihr seid dann nicht mehr angemeldet. Aber niemand kann euch dann vorwerfen ihr würdet Steuern hinterziehen.
Sponsored Post, Produkte als Bezahlung Eigentlich besteht ja keine Gewinnabsicht, da ich ja kein Geld bekomme oder? Falsch! Leider zählen auch gesponserte Produkte, dies wird dann als Sacheinnahmen betitelt und zählt auch zum Gewinn.
Sponsored Post und Werbung gegen Bezahlung Hier besteht die Gewinnabsicht ganz klar, dass bedeutet ich muss mich anmelden. Selbst dann, wenn ich noch gar nichts verdiene.
Bloggen rein aus Spaß Das ist wirklich der einzige Fall der mir bekannt ist, bei dem man sich nicht anmelden sollte/muss.

 

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handy und notitzblock mit kaffe auf dem tisch

Was bin ich?

Ok jetzt kommt natürlich die Frage auf, als was man sich anmelden sollte. Grundsätzlich kommt es darauf an, mit was man größtenteils sein Geld verdient. Hier werde ich auch meine Empfehlungen in 3 Beispiele aufteilen.


Ich verdiene das meiste Geld mit Werbung auf meinem Blog Hier bietet ihr eindeutig eine gewerbliche Dienstleistung an. In diesem Fall müsst ihr auf jeden Fall ein Gewerbe anmelden.
Ich verdiene das meiste Geld mit selbstgeschrieben Sponsored Post In diesem Fall würde ich euch empfehlen euch als Schriftsteller oder einfach als Blogger bei der Künstlersozialkasse anzumelden. Ihr genießt nämlich einige Vorteile als freiberuflicher Schriftsteller oder wenn ihr Mitglied in der KSK seid. So zahlt ihr z.B. keine Gewerbesteuer und seit nicht beitragspflichtig in der IHK oder Handwerks Kammer (dazu später mehr).
Ich nutze meinen Blog um meine andere selbstständige Tätigkeit bekannt zu machen, mit der ich das meiste Geld verdiene Sollte dies der Fall sein, muss man schauen was die Haupttätigkeit ist. Davon ist dann abhängig wie ihr euch anmelden müsst. Das kann vom Handwerkt z.B.: als Fotograf, Schreiner über Industrie und Handel Onlineshop, T-Shirt-Durck bis hin zu Künstler alles Mögliche sein. Seid ihr euch nicht sicher, sprecht mit den Beamten beim Finanzamt.

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Schriftsteller Finanzamt Anmeldung Papier Stifte

Bin ich ein Schriftsteller?

Als eine schriftstellerische Tätigkeit wird das Aufschreiben eigener Gedankengänge bezeichnet, die für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. Das Niveau der Niederschrift, Inhalt und Qualität spielt dabei keine Rolle. Demzufolge muss euer Text keinen künstlerischen, wissenschaftlichen Ansatz haben oder den Kriterien von Kunst oder Wissenschaft genügen.


Das ganze nochmal in einfach: Sobald ihr eigene Gedanken zu einem Thema (auch zu Sponsored Post) schreibt und dann veröffentlicht, seid ihr ein Schriftsteller. Dabei ist es vollkommen egal worüber oder wie gut ihr schreibt. Wichtig ist nur, dass ihr eure Gedanken aufschreibt und keine Texte übernimmt.

Vorteile als Schriftsteller

Ihr dürft euch glücklich schätzen, wenn ihr ein Schriftsteller seid. Denn das bietet euch viele Vorteile:

Als Selbstständige müsst ihr keine Gewerbesteuer zahlen und es bleibt euch eine Menge Papierkram mit dem Gewerbeamt erspart.

 

Ihr müsst nicht Mitglied in der IHK (Industrie- und Handels- Kammer) oder HWK (Handwerkskammer) sein und zahlt somit auch keine Mitgliedsgebühren.

 

Ihr müsst euch nicht im Handels- oder Unternehmensregister anmelden.

 

Wenn ihr mehr als 3900€ pro Jahr verdient, zahlt ihr bei der Künstler Sozial Kasse (KSK) nur die Hälfte für die Sozial-Versicherungen im Vergleich zu anderen Selbstständigen.

 

 

finanzamt anmeldung kosten

Finanzamt Anmeldung: Was für Kosten kommen auf mich zu?

Meldet ihr euch an könnt ihr die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen, wenn euer Umsatz im ersten Jahr 17.500€ nicht übersteigt. Nimmt ihr dies in Anspruch fällt die Umsatzsteuer erstmal weg, dies bedeutet: Weniger Papierkram und ihr müsst keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen.

Die Gewerbesteuer müsst ihr als Einzelunternehmer erst ab 24.500€ zahlen und als Schriftsteller sogar gar nicht.

Seid ihr kein Freiberufler (Schriftsteller etc.) oder Künstler, müsst ihr euch als Handwerker bei der Handwerkskammer oder als Gewerbetreibender bei der IHK anmelden. Dort müsst ihr Mitgliedsbeiträge zahlen. Hier gibt es unterschiedliche Regelungen, so muss man am Anfang bei der IHK meist nichts zahlen, sobald man 5.200€ als Gewinn pro Jahr nicht übersteigt. Bei der Handwerkskammer unterscheiden sich die Beiträge je nach Bundeslang. Der Betrag muss man hier meist im ersten Jahr nicht bezahlen im 2ten und 3ten Jahr ca. 50€ und ab den 4ten Jahr ca. 100€. Nach dem 4ten Jahr muss man noch einen Zusatzbeitrag zahlen.

 

 Tipp: Müsst ihr bei der IHK oder Handwerkskammer einen Beitrag zahlen obwohl ihr keinen oder nur wenig Gewinn habt? Dann schreibt den netten Leuten von der Kammer und meist müsst ihr dann nur etwas weniger zahlen.

 

Finanzamt Anmeldung ich bin bereit!
Wo melde ich mich an?

So jetzt kommt die Anmeldung. Diese ist relativ einfach. Dazu fährt ihr zu dem für euch zuständige Finanzamt und füllt ein Formular aus. Achtet darauf die Kleinunternehmerregelung anzukreuzen, wenn ihr diese Regelung wollt. Als kleiner Tipp: Fragt einen Finanzbeamten, wenn ihr euch nicht sicher seid. Meist sind diese auch freundlich und helfen euch weiter.


Wie findet ihr diese Anleitung?
Und würdet ihr gerne weitere Blogger Tipps hier lesen?


[xoxo]

Kennst du schon?

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