Warum für mich
Influencer die It-Girls & Boys
von heute sind

Fangen wir von vorne an: Es ist so einiges unklar. Eine ganz offizielle Kennzeichnung gesponserter Beiträge zum Beispiel liegt bis dato noch nicht vor. Zwar gibt es viele Seiten, auf denen man sich so gut es geht schlau machen kann, aber eine offizielle Kennzeichnung gibt es noch nicht. Einige meinen, dass man mit Werbung oder Anzeige auf der sicheren Seite ist. Andere behaupten, dass es genügt in Kooperation zu schreiben. Eine größere Bloggerin wünscht sich mehr Transparenz in dieser Hinsicht und verschleiert aber selbst die ein oder anderen Artikel, die Werbung enthalten. Lächerlich.

Doch warum erzähle ich euch das überhaupt? Die Sache mit der richtigen Kennzeichnung von gesponserten Inhalten ist gerade so richtig im Rollen. Seit es diese Influencer gibt, die zum Teil 1 Million Umsatz im Jahr machen und sowieso nur in Saus und Braus leben, berichtet jedes Magazin über diese Berufsgruppe, die in meinen Augen gar keine ist. Diese Tage bekommen sie mehr Wind um die Ohren gejagt. Mehr Wind vom Finanzamt, mehr Wind von der Presse und noch mehr Wind von der sogenannten Abmahnwelle. Jeder möchte ein Stück vom Kuchen abhaben und nachdem das Manager Magazin das höchst prisante Interview mit Frau Daur veröffentlichte, bekommt das Thema Influencer mehr Aufmerksamkeit den je. Was ich vom besagten Interview halte sei dahingestellt. Fakt ist, dass ich euch heute meine Meinung zum Thema Influencer mitteilen möchte. Um genauer zu sein erkläre ich euch in diesem Artikel, warum Influencer für mich einfach die It-Girls und Boys von heute sind. Nicht mehr und nicht weniger. 

Christina Key


Der Begriff Influencer

Ihr habt schon einmal das Vergnügen gehabt meinen Artikel Influencer vs Blogger zu lesen. Wie blind manche Unternehmen irgendwelche Influencer engagieren ist sehr unterhaltsam und gleichzeitig traurig, denn es werden Leute in die erste Reihe der Fashion Week gesetzt, die gar keine Ahnung von Mode haben und die ganze Zeit sowieso nur am Handy kleben. Es ist eine wahre Schande und Beleidigung für die Designer!

Laut Wikipedia ist ein Influencer ein Begriff für eine Person die aufgrund ihrer starken Präsenz und hohen Ansehens in einem oder mehreren sozialen Netzwerken eines kommerzialisierten Internets für Werbung und Vermarktung in Frage kommt. Weiter ist zu lesen: Mehreren Studien zufolge kann man durch das gezielte Ansprechen und Instrumentalisieren einflussreicher Einzelpersonen ein breiteres Publikum erreichen, als mit herkömmlichen weit und beliebig gestreuten Werbemaßnahmen. Aha. So weit, so Geld abwerfend.

Warum wehren sich dann manche Blogger oder Youtuber sich selbst als Influencer zu sehen? Nun, schon bei der Diskussionsrunde auf der Cebit, bei der die liebe Luisa Lion, Marvin Göldner, Manu Thiele und meine Wenigkeit die Ehre hatten uns darüber auszutauchen, ob es eine Identitätskriese zwischen Bloggern, Vloggern und mehr gibt, konnte man raus hören, dass sich niemand selbst gerne als Influencer bezeichnen würde. Doch warum ist das so?

 

Influencer – oder einfach It-Girl oder Boy

Influencer ist kein richtiger Beruf, im Grunde genommen kann jeder Influencer werden, vorausgesetzt die richtigen Connections sind schon vorhanden und das Elternhaus verfügt über viel Geld. Geld, das man von Anfang an schon in die verteufelten Instagram Bots, teure Designer Handtaschen, kostspieligen Schmuck oder sein Aussehen steckt. Oder eben eine der zahlreichen Bodyforming Apps, die den ohnehin schon dünnen Hals noch schlanker wirken lassen und die gebleachten Zähnchen noch strahlender machen. Oder eben auch in Haar- oder Wimpernextensions. Den Beruf des Influencers kann man nicht lernen, muss man aber auch nicht, denn im Grundegenommen ist es kein Beruf. Für mich jedenfalls.

Es ist vielmehr ein Tanzen auf Tischen. Mal tanzt man auf dem Tisch des Instagramers, mal auf dem des Bloggers (und hat überhaupt nur einen Blog weil es grade en vogue ist und man ihn manchmal zum Schein braucht) und ein anderes Mal tanzt man auf dem Tisch der Models, der Tag danach auf dem Tisch der Schauspieler. Je mehr Connections man hat, auf desto mehr Tischen kann man tanzen. Wenn die Schwester bei einem Magazin arbeitet, hat man eher die Möglichkeit abgedruckt zu werden. Wenn die Mutter bei einer Modelagentur arbeitet, rutscht man da leichter rein. Oder man krallt sich bei einem Blogger/Instagram/Whatever Event eben direkt schon eine Person, die schon in der Öffentlichkeit steht und selbst über sehr viele Connections und Fans verfügt. Auffallen um jeden Preis, ganz egal in welcher Sparte es einen hinschlägt – das ist der Beruf des Influencers. Mal wird Lippenstift beworben, obwohl man ganz offen gesteht, eigentlich gar keine Ahnung von Make-Up zu haben, ein anderes Mal wird die neue Canon hübsch ins Szene gesetzt, obwohl man bis dato immer mit Nikon zusammengearbeitet hat. Alles gefällt, so lange es genug Asche abwirft. In ist, wer in der Influencer Blase drin ist. Ich finde, dass man spätestens jetzt eine Ähnlichkeit zu den It-Girls und It-Boys aus den 90ern und 2000ern  sieht, nicht wahr? Paris Hilton und Nicole Richie würden jetzt nicken. 


Schwarzer Spitzenbody Christina Key

Foto Tipps Flat Lays

Roter Plisseerock

Warum möchte ich und viele andere
nicht als Influencer betitelt werden?

Nun, was ich von den Influencern unserer Tage halte, konntet ihr schon oben herauslesen. Ich möchte nicht sagen, dass ich mich als etwas besseres als sie halte, überhaupt nicht. Ich fühle mich aber als jemand anderes. Nämlich als jemand der was kann. Zugegeben, diese Aussage ist doch äußerst heikel, aber ich lasse sie trotzdem genau so stehen. Schließlich kann ich mehr als von dem Geld von meinen Eltern leben, andere Leute ausnutzen, nur um die Influencer Leiter empor zu klettern, Geld für eine 4000 Euro teure Tasche auszugeben und es auch noch normal zu finden oder einfach zu behaupten alles alleine geschafft zu haben, obwohl man in einer teuren Gegend, in einem noch teureren Luxushaushalt mit Akademikern als Eltern aufgewachsen ist und die besten Connections schon in die Wiege gelegt bekommen hat. Viele der sogenannten Influencer betreiben ihren Blog als Schein Blog, machen keines ihrer Fotos selbst (Selfies zählen nicht) und bekommen es noch nicht mal hin auf die Frage zu antworten, was für einen Beruf sie überhaupt haben und ob sie gesponserte Inhalte auch als solche angeben. Es geht nicht, alles zu bewerben was bei drei nicht auf dem Baum ist, mehr zu verdienen als die Fotografen und die Redakteure dieser Welt und sich dann gleichzeitig als Mädchen oder Junge von nebenan hinzustellen, die oder der das alles strategielos und nur aus Lust und Freude macht! Die Leute sind nicht blöd und wenn dann eben solche harsche Kritik kommt, muss man eben Stellung beziehen. Oder eben weiter shoppen, auf Luxusjachten abhängen und an der nächsten Influencer Strategie arbeiten und es dann nicht zugeben. 

Ja, auch Blogger ist kein Beruf den man lernen kann, aber Blogger kann eben nicht jeder sein oder werden, denn anders als bei den Influencern bedarf es mehr als zum Beispiel nur Produkte in die Kamera zu halten. Kein Blogger den ich kenne, möchte genau deshalb als Influencer betitelt werden, keiner. Wir möchten – anders als die Influencer – nicht nur existieren, um möglichst viel Geld zu machen. Wir möchten vor allem über Themen schreiben, die uns inspirieren, wir für wichtig halten und andere zum Nachdenken anregen. Wir sind mehr als Geld-Mach-Maschinen. Wir sind Blogger. Klar, auch bei uns findet man hin und wieder Werbung, denn sobald man hauptberuflich bloggt, muss man von irgendwas leben. Wir kreieren aber Content, der Mehrwert hat und intigrieren in unsere Artikel liebevolle Werbung die thematisch passt. Wir halten nicht nur irgendwelche Produkte in die Kamera oder machen ein OOTD (Outfit of the day) und vertagen alle Luxuslabel, die ihre Kleidung unter Kinderarbeit herstellen und dann ein Vermögen für die einzelnen Stücke verlangen – einfach weil die Marke drauf steht. Wir Blogger stellen Content bereit, der auch noch nach Jahren im Wirrwarr des World Wide Webs aufzufinden ist, denn wir verstehen es als Selbstverständlichkeit uns mit Themen wie SEO zu beschäftigen. Wir können mehr als ein Instagram Bild durch 1000 Filter laufenzulassen, die ganze Zeit Selfies zu posten und ein Luxusleben zu führen und zu denken, dass so ein Leben das Normalste auf der Welt sei. Wir können mehr, denn wir sind Blogger und keine Influencer!


Influencer vs Blogger

 

Wie steht ihr zu dem Thema?

[xoxo]

 

Kennst du schon?

Kennst du schon?

Kennst du schon?